Pietistischer Gemeindeaufbau in Schönberg/Altmark 1700-1708

Edition Pietismustexte [vorm. »Kleine Texte des Pietismus«], Band 10

Christoph Matthäus Seidel

herausgegeben von Peter Schicketanz

Die Erforschung des Pietismus bezieht sich in der Hauptsache auf die Veröffentlichungen der wichtigen Schlüsselpersonen. Zur Frage, wie die pietistischen Pastoren (zumal auf dem Lande) ihre konkrete Gemeindearbeit verrichteten, gibt es weit weniger Quellen. Christoph Matthäus Seidel (1668–1723), Schüler Philipp Jacob Speners, hinterließ über seine Pfarramtstätigkeit in Schönberg bei Seehausen einen detaillierten Bericht für seinen Nachfolger.

Dabei entsteht ein höchst plastisches Bild pietistischen Gemeindeaufbaus. Es zeigt sich, dass kaum spezifische pietistische Aktivitäten wie Konventikelwesen, Bekehrungsversuche u. ä. stattfinden, weil Pfarrer Seidel alle Hände voll zu tun hat, eine geordnete gottesdienstliche Gemeindearbeit aufzubauen. Auch in der Schulbildung und bei der Kirchenzucht kann er keine wesentlichen Erfolge vermelden. Schönberg bleibt eine altmärkische Durchschnittsgemeinde.

zum Herausgeber

Peter Schicketanz, Dr. theol., Jahrgang 1931, hat eine Reihe von Veröffentlichungen zum Pietismus vorgelegt. Er ist Mitglied der Historischen Kommission zur Erforschung des Pietismus und des Internationalen Beirates für das interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale.

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