Coburg

Orte der Reformation, 14

Hrsg. von Michael Böhm und Dorothea Greiner

Coburg rückte 1530 mit dem Aufenthalt Martin Luthers auf der gewaltigen Veste über der Stadt in den Fokus der Reformationsgeschichte. Während beim Augsburger Reichstag über das Augsburger Bekenntnis der Protestanten verhandelt wurde, musste sich der gebannte Reformator mit der Beobachterrolle begnügen. Hierfür bot der südlichste Außenposten des sächsischen Kurfürsten den idealen Ort.

Aus dem »Reich der Dohlen«, wie er die gut bewehrte Zuflucht nannte, versuchte Luther mit zahlreichen Briefen und Flugschriften auf das Geschehen einzuwirken. Zugleich bestärkte er mit Predigten in der Morizkirche die Coburger in ihrem neuen Glauben, der sofort Fuß gefasst hatte.

Noch fast 400 Jahre blieb Coburg nicht nur Residenzstadt eines herzoglich-sächsischen Kleinstaates, sondern auch Zentrum einer entsprechenden evangelischen Landeskirche. Seit 1920 gehört es zu Bayern. Coburg bietet als wichtiger Schauplatz der Reformation heute zahlreiche historische Erinnerungsorte und Kulturschätze von der Veste bis hin zur Landesbibliothek.

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