Geduld

Quatember 82 (2018) 4
Quatember, Heft 4/2018

Unter den Grundhaltungen oder »Tugenden« des Glaubens ist kaum eine gegenwärtig derart herausgefordert wie die »Geduld«. Unter den Bedingungen der allgegenwärtigen Beschleunigung und Zeitknappheit ist die Geduld unpopulär geworden, die Ungeduld wird zur Tugend der total mobilisierten Gesellschaft. Und doch verdichten sich in der Mahnung »geduldig in Trübsal« zu sein (Röm 12,12) Lebensaufgaben und Lebenserfahrungen, die sich in jeder Biographie stellen: Mit Zerbrechlichkeit und Scheitern umgehen zu können; sich und anderen Zeit für Entwicklung und Reifung zu geben; die Fähigkeit, auch mit dem Ungelösten und vielleicht Unlösbaren leben – und sterben zu können. Als »Resilienz«, Widerstandsfähigkeit in Krisen, kehrt die Geduld zurück und rückt in den Fokus von Medizin, Psychotherapie und auch Politik. Daneben steht die wesentliche biblische Einsicht, dass Gott »barmherzig, gnädig, geduldig und von größer Güte« ist (2. Mose 34,6); das heißt, dass Er Zeit schafft, Zeit hat – und seinen Geschöpfen Zeit gibt.

Das Adventsheft von »Quatember« wird in diesen differenzierten Zusammenhang von Anthropologie und Theologie der Geduld einführen und will dabei Hilfe sein, der Geduld und Ungeduld mit sich selbst – und mit der Kirche – auf die Spur zu kommen.

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