Emden

Orte der Reformation, 13

Im Auftrag der Johannes a Lasco Bibliothek Emden hrsg. von J. Marius J. Lange van Ravenswaay, Wolfgang Jahn und Klaas-Dieter Voß

Emden war Mitte des 16. Jahrhunderts ein wichtiger Ort der Reformation. Anders als heute gehörte Emden zu den größten Städten im Deutschen Reich und hatte zugleich auch den größten Seehafen Europas. Die politische Situation in Ostfriesland und das inter­nationale Gepräge dieser Stadt bildeten den Hintergrund für die große Vielfalt refor­matorischer Ansätze, die es hier gegeben hat.

Emden wurde zu einem Sammel­becken religiös Verfolgter und zum Fluchtpunkt einer intellektuellen Elite, die von hier aus Einfluss auf die Entwicklung der Reformation in anderen europäischen
Ländern nahm. Dies geschah nicht zuletzt durch den Druck und die Verbreitung andernorts verbotener Literatur. Die Stadt und ihre Kirche wurden deshalb als »Moederkerk« (Mutterkirche) der niederländischen Reformation bezeichnet. Am Ende verwandelte der sich hier durchsetzende Calvinismus Emden in einen quasiautonomen Stadtstaat.

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